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Kowalzik Institut

Beziehung · Gruppe · Organisation · Führung

Wer Verantwortung trägt, muss über die eigene Sicht hinausdenken.

Berufliche Situationen stellen sich aus unterschiedlichen Positionen verschieden dar. Was Menschen wahrnehmen, wie sie ein Geschehen beurteilen und welche Entscheidungen sie treffen, hängt mit ihren Erfahrungen, ihren Beziehungen und ihrer Stellung innerhalb einer Organisation zusammen.

Das Kowalzik Institut ist ein Ort für die Auseinandersetzung mit Fragen der Gruppendynamik, Organisationsdynamik und Führung. Menschen, die berufliche Verantwortung tragen, arbeiten hier an konkreten Situationen, um Zusammenhänge besser zu verstehen, eigene Einschätzungen zu überprüfen und ihre Handlungsfähigkeit weiterzuentwickeln.

Gegenstand der Arbeit

Organisationen verbinden Aufgaben, Strukturen und Entscheidungen mit Beziehungen, Erwartungen, Loyalitäten, Konflikten und Affekten. Führung und Zusammenarbeit vollziehen sich innerhalb dieser Zusammenhänge. Unterschiedliche Interessen, persönliche Erfahrungen und institutionelle Bedingungen beeinflussen, was Menschen für richtig halten und wie sie handeln.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie professionelles Handeln unter Bedingungen von Unsicherheit, Ambivalenz und widersprüchlichen Anforderungen möglich bleibt.

Dabei besitzt Urteilskraft besondere Bedeutung: die Fähigkeit, eine konkrete Situation in ihrer Eigenart wahrzunehmen, unterschiedliche Perspektiven miteinander in Beziehung zu bringen und zu einer verantwortbaren Einschätzung zu gelangen.

Eine wiederkehrende Frage lautet: Womit haben wir es hier eigentlich zu tun?

Reflexion beruflicher Erfahrung

Berufliche Erfahrungen hinterlassen Eindrücke, werfen Fragen auf und verändern die Sicht auf Menschen und Situationen. Irritationen, Konflikte und wiederkehrende Schwierigkeiten können Anlass sein, vertraute Erklärungen und eigene Gewissheiten erneut zu prüfen.

Person, Rolle, Gruppe und Organisation eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf dasselbe Geschehen. Ihre Unterscheidung hilft zu verstehen, welche Erwartungen wirksam werden, wie Verantwortung verteilt ist und welchen Einfluss die Beteiligten auf das Geschehen nehmen können.

Reflexion erweitert die Möglichkeiten, berufliche Situationen zu beurteilen und verantwortlich zu handeln. Dazu gehört auch, die eigene Beteiligung an den Verhältnissen zu erkennen, die verstanden und verändert werden sollen.

Arbeitsweise

Ausgangspunkt sind konkrete berufliche Situationen. Die Beteiligten schildern ihre Erfahrungen, bringen unterschiedliche Wahrnehmungen ein und gehen gemeinsam den Fragen nach, die sich daraus ergeben.

Im Gespräch werden bisherige Einschätzungen überprüft, Zusammenhänge deutlicher und andere Sichtweisen zugänglich. Aufmerksamkeit gilt ebenso den Beziehungen zwischen den Beteiligten wie den Aufgaben, Regeln und Bedingungen der Organisation.

Dieses gemeinsame Nachdenken braucht die Bereitschaft, Widersprüche auszuhalten, vorschnelle Erklärungen zurückzustellen und dem zunächst Unverstandenen Raum zu geben. Daraus können neue Einsichten entstehen, die das eigene Urteil vertiefen und berufliche Entscheidungen verändern.

Verstehen. Urteilen. Verantwortung übernehmen.

Uwe Kowalzik

Seit mehr als vier Jahrzehnten arbeite ich in Organisationen: in der fachlichen Praxis, in langjähriger Geschäftsführungs- und Leitungsverantwortung, in Supervision, Coaching, Organisationsberatung, Lehre und gruppendynamischer Arbeit.

Was in Organisationen geschieht, ist von ihrer Aufgabe, ihrer formalen Ordnung und ihrer alltäglichen Praxis geprägt. Verantwortung und tatsächliche Verfügungsmöglichkeiten sind unterschiedlich verteilt. Hinzu kommen gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische und kulturelle Verhältnisse.

Ich arbeite daran, berufliches Geschehen verstehbar zu machen. Gruppendynamische, psychodynamische und strukturelle Perspektiven eröffnen unterschiedliche Zugänge zu dem, was Menschen erleben und wofür sie Verantwortung tragen.

Meine Veröffentlichungen entstehen aus der Auseinandersetzung mit beruflichen Erfahrungen und den theoretischen Fragen, die sich daraus entwickeln. Im Zentrum stehen Widersprüche, Entscheidungen und Verantwortung.

Qualifikationen

Altenpfleger, Industriekaufmann (IHK), Betriebswirt (AKAD), Sozial- und Pflegemanager (Caritas-Akademie Freiburg), Supervisor & Coach (DGSv), Gruppendynamischer Leiter und Berater (DGGO), Balintgruppenleiter (FIS) und Organisationsberater (oezpa).

Mitgliedschaften

Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching (DGSv)

Deutsche Gesellschaft für Gruppendynamik und Organisationsdynamik (DGGO)

Sektion III multiprofessionell in der Deutschen Balint-Gesellschaft (DBG)

Was mir beim Arbeiten und Lernen wichtig ist

In meinem Berufsleben habe ich erlebt, wie eine genaue Beobachtung oder ein ernst genommener Widerspruch vertraute Gewissheiten ins Wanken bringt. Dazu gehört die Einsicht, dass ich selbst an den Verhältnissen beteiligt bin, die ich verstehen möchte. Die Gedanken anderer haben meinen Blick auf berufliche Situationen immer wieder verändert.

Lernen bedeutet für mich auch Verlernen. Erklärungen, die mich lange überzeugt haben, verlieren mit neuen Erfahrungen ihre Selbstverständlichkeit. Was eindeutig erschien, wird erneut zur Frage.

Ich freue mich, wenn im Gespräch ein Zusammenhang sichtbar wird, den ich bisher übersehen habe, oder jemand einen Gedanken einbringt, der meine eigene Sicht verändert.

Wichtig sind mir Menschen, die genau hinschauen, widersprechen und mit mir denken.